Oliver Georgie begleitet die Reise für die Frankfurter Allgemein Zeitung. Über meine/unsere Erlebnisse berichtet er täglich in seinem Blog.
Zum Blog: Rückwärts durch Neuseeland
Am letzten Tag wollte sich Neuseeland noch mal von seiner schönsten Seite zeigen. Mit viel Sonnenschein und 20 Grad umarmte mich der Sommer. Dabei habe ich mir heute die Cathedral Cove, ein 10 Meter hohes Loch an einem Küstenfelsen angeschaut. Wenige Kilometer weiter lag dann der Höhepunkt des Tages, hinsichtlich der Temperatur. Mitten auf dem Strand graben die Leute ohne sichtlichen Grund einfach Löcher in den Sand. Allerdings ist der Grund fühlbar.
Denn am Hot Water Beach habe andere und auch ich uns heute in recht warmen, teils heißem Wasser gesonnt. Aufgrund der extremen Erdwärme ist der Strand hier an bestimmten Stellen richtig heiß und läd eben zu einem kurzen Bad ein.Der Höhepunkt, geografischer Art habe ich heute Abend beim Training erreicht, als ich den Hausberg von Pauanui erklommen habe. Mit einem super Ausblick wurde ich für den steilen Anstieg auf dem teils stark zugewachsenen Pfad belohnt. Somit beschließe ich den letzten Tag mit weiteren schönen Erinnerungen an Neuseeland. Das nächste Ziel ist dann Singapur, wo ich Donnerstag sein werde.
Wenn ich nach fast 2 Wochen wieder in Auckland bin, dann nutze ich natürlich gerne die Möglichkeit um wieder im SkyTower zu Laufen. Diesmal ohne Rekord, aber dafür 2 Mal. Wobei ich noch nicht ganz fit bin vom Kepler Track. Die 63 Kilometer beschäftigen mich in jeglicher Hinsicht länger :-)Am Nachmittag bin ich dann nach Pauanui gefahren, damit ich morgen dort noch ein paar Sachen anschauen kann.
Über das Wochenende war ich drei Autostunden nördlicher von Auckland in der Bay of Island. In Paihia bin ich mit einem Läuferkollegen unterwegs gewesen und wir sind neben dem täglichen Training noch im Kajak unterwegs gewesen. Da für mich Laufen nicht ganz so einfach war, nach dem Kepler Track am Donnerstag, habe ich mich über das Oberkörpertraining im Wasser sehr gefreut. Auf dem Rückweg sind wir am Sonntag noch bei Wasserfällen und bei Goat Island gewesen. Ein Strand mit einer Farbenfrohen Tierwelt.
Heute war ein Reisetag. Ich bin von Queenstown zuerst 1:45h nach Auckland geflogen. Von dort aus ging es dann noch mal gut 3 Stunden bis Paihia, in der Bay of Island. Als ich ankam, war es dann schon dunkel. Nach dem gestrigen Ultralauf ging es mir heute erstaunlich gut. Zugegeben fühlte sich der Rucksack schwerer an als sonst, aber nach so einem Lauf ist das mehr als akzeptabel.
Mit über 60 Kilometern ist der Kepler Track offiziell eine 4 Tages Tour. Wer allerdings gut trainiert ist, kann es auch an einem Tag, an einem langen Tag schaffen. Das habe ich heute gemacht. Über Bergrücken, Regenwald und 2000 Höhenmetern bin ich den kompletten Track in gut 6,5 Stunden gelaufen, bzw. gerannt. Da ich in meinem Leben bisher als längstes den Marathon in Frankfurt vor 7 Jahren vorzuweisen hatte, war der Respekt mindestens so groß, wie die Anzahl der Müsliriegel die ich mit hatte.
Nach dem ich in Queenstown um kurz nach 5 Uhr morgen los gefahren war, konnte ich um kurz vor 8 Uhr die ersten Meter des Tracks in Angriff nehmen. 1,5 Stunden später hatte ich die Wolkengrenze und nur wenig später die Baumgrenze überschritten und wurde mit einer gigantischen Aussicht überrascht. Das perfekte Wette sollte mich ab dann den ganzen Tag beglücken und mir wundervolle eindrücke, auf den schmalen Wegen über Bergrücken, Schneefelder und natürlich die 30 Kilometer durch den Regenwald bescheren. Als ich am Nachmittag dann wieder am Ausgangpunkt, den Control Gates war, war ich ich nicht nur überglücklich, sondern auch froh, dass ich es geschafft hatte. Grenzen neu zu definieren und zu verschieben ist immer anstrengend. Aber heute hat es richtig Spaß gemacht. Ein Lauf, der in meinem Leben seines gleichen sucht.
Bilder vom Lauf in der Galerie unter: Kepler Track
Heute und morgen werde ich nur in Queenstown sein. Zeit, um mich auch von dem Routeburn Track zu erholen. Wobei es ich nur Muskelkater vom Rucksack im Nacken habe. Hatte wohl doch zu viel Zeugs dabei :-). Sportlich gesehen bin ich heute auf den den Hausberg gelaufen. Wo die meisten Besucher mit den Gondeln hoch fahren und den herrlich steilen Wanderweg verschmähen, bin ich natürlich gelaufen. Auf dem Rückweg bin ich dann noch über den "Fernhill - One Mile Track" gelaufen. Wobei ich doch erstaunt war, wie lang so einen Meile sein kann. Insgesamt hat die Tour 1,5 Stunden gedauert und 1000 HM gehabt.
Seit ich in Neuseeland bin, habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Den Tag, an dem ich einen richtig tollen Track bei gutem Wetter machen kann. Heute war es auf dem Routeburn Track soweit. 33 Kilometer und 1800 Höhenmeter habe ich in 3,5 Stunde gelaufen. Dabei gab es aber eine einmalige Landschaft zu sehen. Auch wenn ich nicht ganz so lange Pausen wie die normalen Wanderer, die 3 Tage für diesen Track brauchen, gemacht habe, hat die Zeit für einige kurze Gespräche gereicht. Die Frage die immer gestellt wurde: "Are you doing a dayrun?". Yes, i do. Das war auch durchaus machbar, wenn ich vor allem gesehen habe, dass andere Wandere ähnlich weit gelaufen sind, zugegeben in etwas mehr Zeit. Auf kleinen Pfaden ging es über große Felsen, kleine Felsen, Schneefelder etc. so abwechslungsreich voran, dass nie Langeweile aufkam. Zur Belohnung habe ich mir neben den 2 Litern Trinken für den Lauf noch eine kleine Flasche Cola mitgenommen, als Belohnung im Ziel.
Mehr Bilder in der Galerie unter: Routeburn Track
Demnächst gibt es hier die Strecke als Google Earth Datei. Dort sind viele Bilder noch mehr Infos zu sehen.
Über die Alpen ging es heute von Franz Josef nach Queenstown. Somit erwarteten mich 5 Stunden mit abwechslungsreicher Natur. So der Plan. Leider hat es die ersten Stunden so stark geregnet, dass ich nur den Scheibenwischer sehen konnte.
Erst in Richtung Queenstown wurde das Wetter. Im Zielort angekommen war es ein herrlicher Frühsommertag der mich förmlich zum laufen am Seeufer einlud.
Bilder in der Galerie unter: Über die Alpen nach Queenstown
Sportlich begann der Morgen mit ein bisschen Stabilitätsübungen und Dehnen. Von dem Sitzen im Auto und im Flieger die letzten Tage und dem Laufen bin ich ein bisschen "steif" geworden. Aber das lässt sich ja ändern. Dann ging auch der Lauf am Nachmittag in Franz Josef wie geschmiert. Mal wieder ein kleiner Track und mal wieder viel Wasser unterwegs. Wobei diesmal weniger in den Schuhe als vielmehr im Fluss. Aber anstatt mitten durch wählte ich den Weg durch das dichte Unterholz am steilen Hang. Mit erfolgt. Eine wunderbare 1,5 Stunden Tour. Und der Abschluss bildete dann der direkte Besuch beim Franz Josef Gletscher. Diese imposante Wand aus Eis ist kaum begreifbar groß. Leider jedoch nur noch ein Bruchteil dessen was er vor einigen Jahrhunderten hatte. Das Schild, wo der Gletscher vor 260 Jahren war steht viele Kilometer vom heutigen Gletscher entfernt.
Bilder in der Galerie unter: Franz Josef Gletscher
Heute ging es von Christchurch nach Hokatika. Dort angekommen habe ich erst mal die Laufschuhe geschnürt und bin am Strand gelaufen. Nach dem Mittag essen stand dann noch die Besichtigung einer Steinmanufaktur für "Greenstones" für die die Region bekannt ist. Danach hatte ich mit den Kindern der örtlichen Grundschule eine Sportstunde. Als Gastlehrer durfte ich den Kindern Rückwärts- und Treppenlaufen näher bringen, was auch super funktioniert hat.
Zum Abschluss des Sporttages bin ich selbst noch einmal 1,5 Stunden in die nahen Hügel zum laufen. Bei immer noch herrlichstem Wetter bin ich dann über den Stran zurück gelaufen. Das war zwar anstrengend, aber trotzdem sehr schön.
Bilder vom Flug und dem Strand in der Galerie unter: Flug nach Hokatika
Nach der gestern recht hohen Belastung begann der Tag heute mit einem Flug von Taupo nach Christchurch, der größten Stadt auf der Südinsel. Dort starte umgehend eine Tour zu den Hecktor Delphine. Sie werden nur etwa 50 Kilo schwer und sind somit die kleinsten Ihrer Art. So wenig Glück ich gestern mit dem Wetter hatte, so viel hatte ich heute mit den Delphinen. Gleich 4 Stück folgten unserem Boot. Unglaublich, denn es gibt nur noch 6000 Tiere.
Danach habe ich eine Radtour gemacht und bin auf einem Aussichtspunkt hoch über Christchurch gewesen. Mein Guide Jeff erklärte mir, dass der riesige See/Meeresarm ein explodierter Vulkankegel ist. Ebenfalls unglaublich. Zum Abschluss bin ich dann noch im Botanischen Garten gelaufen und habe einen Europacup Triathleten aus Spanien getroffen. Wobei er deutlich flüssiger gelaufen ist, als er englisch gesprochen hat. Bei mir war es nach dem Lauf gestern eher umgekehrt :-)
Bilder von den Delphinen und Christchurch in der Galerie unter: Delphine und Christchurch
Es sollte ein unvergesslicher Lauf werden, den ich heute um 13:30 Uhr vor dem "Tongariro Vistitors Center" startete. Auch wenn mir davon abgeraten wurde, nahm ich den "Mangahuia Track" in Angriff. Nach wenigen Metern war ich auch schon komplett vom Dauerregen nass. Somit konnte ich auch auf den überfluteten kleinen Wegen ohne Hemmungen im knöcheltiefen Wasser laufen. Wobei ich öfters nahe daran war, den Schuh zu verliehen. Aber bis zum Schluss hielten die sich an den Füßen.
Kurz vor Halbzeit der Strecke, so nach 1:20 h war ich dann, im Nachhinein gesehen, am schwierigsten Punkt angekommen. Einem kleinen Bach, der durch den Regen extrem angeschwollen war. Mehr als 2 Meter lagen zwischen den beiden großen rutschigen, vom Wasser umspülten Ufersteinen. Bei dem Sprung bin ich dann auch nicht nur mit den Händen und Beinen, sondern auch mit dem Kinn auf dem Stein gelandet und habe mir eine Platzwunde zugezogen. Die wurde vom Regen zwar gleich gut gespült. Dennoch war ich nach knapp 3 Stunden, tropfnass und etliche Erfahrungen reicher, wirklich froh wieder am Hotel zu sein.
Bilder unter: Galerie
Der Morgen begann mit mehr Laktat als ich vermutet hätte. Der Shweeb, ein quasi Liegefahrrad hängt in einer Schwebebahn mit dem Ziel, dass die Teilnehmer so schnell als möglich die 3 Runden und 600 Meter fahren. Im vierten Versuch, war ich nicht nur so platt wie nach einem Training im Frankfurter Maintower, sondern auch um einen Streckenrekord reicher. hab mich riesig über die Zeit von 56,7 Minuten gefreut.
Der Nachmittag war, nach einer zwei stündigen Fahrt dann genau das Gegenteil. Einfacj locker laufen... in einer Landschaft, die so schön und schier atemberaubend ist. Auf meiner 15 Kilometer Tour musste ich zeitweise stehen bleiben, um die schönheit und der Natur wirken zu lassen. Der Tongariro Nationalpark ist wirklich eine Wucht.
Rotarua ist bekannt für seine heißen Quellen und die brodelnde Erde. Deshalb habe ich heute zum ersten Mal in meinem Leben ein Geysir gesehen. Ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Am Nachmittag hatte ich dann die Chance eine der schönsten Mountainbikegebiete der Welt zu entdecken. Mit unzähligen Singletrails ist das Gebiet ein Bikerparadies. Auch ich habe die unvergessliche Tour genossen. Ein absolutes Erlebnis.
Heute bin ich den Moa Hunt Mountain Run über 21 Kilometer gelaufen. Berglauf quasi, dachte ich am Start noch. Allerdings war es kein normaler Berglauf für mich. Zuerst 4 Kilometer durch ein Flussbett, so dass die Schuhe übergelaufen sind vor Wasser. Dann ging es in zünftigem Regen auf einer Forststraße steil nach oben. Nebenher hatte ich massig Gesellschaft von den Mountainbiker die vor mir gestartet waren. das war auch gut so, denn sonst hätte ich mich verlaufen. Trotz des schlechten Wetters war es eigentlich ganz schön. Wie unglaublich toll mag es nur sein, wenn die Sonne scheint? Bevor ich das herausfinden konnte kam für mich der Abstieg. Einfach laufen lassen, war oft die Devise, denn auf dem schmierigen Untergrund gab es kein Halten. Nach nur einem glimpflichen Sturz, der einen Kompressionstrumpf kostete :-( bin ich in 1:22:55 h im Ziel gewesen. Ein unglaublicher Lauf, wie ich Ihn noch nicht mal ansatzweise bisher erlebt habe. Absolut laufeneswert mein Urteil, besonders bei Sonnenschein.
Link zu: Ergebnisse
Heute Morgen stand die Tour zu Rangitoto Island, dem jüngsten Vulkan Aucklans auf dem Plan. Wo vor 600 Jahren noch nichts war, ist heute eine atemberaubende Insel. Auf dem Gipfel gibt es einen herrlichen Ausblick auf Auckland. Deshalb empfehle ich das Fotoablum dazu.
Nach dem 90 minütigen Flug am Nachmittag nach Blenheim bin ich dort noch ein bisschen locker gelaufen. Über Zäune und Stacheldraht bin ich durch diverse Weinfelder gelaufen, herrlich der Duft der Reben. Morgen geht es zum 21 Kilometer Moa Hunt Mountainrun.
Heute Morgen hatte ich meinem ersten großen Termin. Treppenlauf auf den SkyTower in Auckland. Als kleine Vorgabe von New Zealand Tourism, die die Reise organisieren, sollte ich doch bitte den Rekord von Jonathan Wyatt, dem Berglauf König schlecht hin, von 5:17 Minuten unterbieten. Die Aufgabe schien nach dem Rennen am Sonntag so groß wie der Turm. 192 Höhenmeter und 52 Stockwerke warteten auf mich. Mit flottem Schritt ging ich die Aufgabe vom Start weg an und konnte das Tempo auch ziemlich beibehalten. Ich schaffte die 1267 in 4:53 Minuten, was mich selbst überraschte. Aber solche Überraschungen habe ich gerne.
Der Abstieg ging dann deutlich schneller. An der Außenseite runter, führte der Weg des "SkyJumps" auf dem direktesten Weg nach unten. Mit weichen Knien vom Laufen konnte ich kaum raus auf die Rampe laufen. Nach dem Absprung dauerte es 11 Sekunde, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte und ich unweit des Startpunktes des Treppenlaufes war, mit immer noch weichen Knien.
Am Nachmittag habe ich mir dann ein Rennrad geliehen und bin am Tamaki Drive, der 12 Kilometer langen Straße direkt am Ufer entlang gefahren. Eine große Schleife durch die Wohngebiete zeigte mir wie herrlich die Einwohner hier wohnen. Sehr schön im Grünen und doch in einer Großstadt
Heute Abend geht es von Singapur nach Auckland. Nach 8 Stunden werde ich einen kurzen Stop für 2 Stunden in Brisbane haben, um dann die letzten 4 Stunden nach Auckland zu fliegen. Ich freue mich schon, wenn ich am Nachmittag dort ankommen werde und dann noch Zeit habe, einen ersten Lauf zu machen...