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Weltrekord über 5km in 19:07,13min

5km in 19:07,13min, das war das Ergebnis, das im Fußballstadion in Lautschrift am Ende der Vorbereitung und am Ende des Rennens stand. Das Ergebnis bedeutet Glück, Zufriedenheit und Freude und WELTREKORD.

Als ich vor gut drei Monaten gemeinsam mit André Egger, einem der Macher hinter einem der größten Firmenläufe in Deutschland, die Idee gesponnen habe, war so ein Ergebnis unser Ziel. Bis dorthin musste er ein Vermessungsprotokoll, besondere Zeitmessung, zusätzliche Radfahrer, eine Notarin und vieles mehr organisieren. Ich musste laufen, rückwärts. So schnell ich konnte und vor allem so oft ich konnte.
Während zu Beginn im März die ersten KM langsam waren, fühlte es sich dennoch umso anstrengender an. Es folgten Adaptionsprozesse der Muskeln, Sehnen und Faszien und das konnte ich öfters spüren. Es hat Spaß gemacht zu sehen, wie ich von Woche zu Woche höhere Belastungen vertragen konnte, die Zeiten besser wurden und ich Ende April im Training auf Tartan schon sehr nahe an 20 Min für 5km heranlaufen konnte.
In Dresden war jedoch der Untergrund alles andere als glatt und eben. Selbst meine Notarin bemerkte: „Auf dem Oberelbe Radweg (beim Weltrekord Lauf 2016) war es schöner.“

Aus Rückwärtsläufersicht teile ich diese Einschätzung zu 100%. Diese 5km hatten es mit teilweise anspruchsvollem Kopfsteinpflaster, Straßenbahnschienen und einigen 90Grad Kurven im visuellen Blindflug in sich. Hier ist nicht nur Ausdauer in den Beinen, sondern auch höchste Konzentration im Geiste gefragt. Denn neben den schnellen raumgreifenden Schritten im Rückwärtsgang muss auch noch die Navigation, die dieses Jahr Ulf Kühne und Stefan Mothes übernommen haben, funktionieren. Mit Kommandos wie, Füße in 10m höher, 50 Meter 90 Grad Rechtskurve oder in 100 Meter Kopfsteinpflaster Passage ersetzte er meinen fehlenden visuellen Sinn akustisch.
Die letzten 1,2km verliefen durch die Power Zone vor dem großen Fußballstadion. Fünf 90 Grad Kurven, gut 4 Minuten und unzählige Anfeurerungsrufe später bog ich dann in das Marathontor ein. Riesengroß und breit wirkte es im Rennen ziemlich schmal und eng. Deshalb musste ich mich bis in die letzte Kurve konzentrieren. Erst als ich den roten Teppich unter den Füßen hatte, das Rennen beendet und ich mich hinter der Ziellinie kaum auf den Beinen halten konnte, wusste ich: Es hat gekappt. All die vielen Sessions haben sich gelohnt. Ich habe den 5km Weltrekord verbessert.

 

 

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