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Eine Frage?!?

Diese Rubrik wurde erstellt, weil einige Fragen immer wieder von Interesse sind, z.B.

Wie sind sie zum Laufen gekommen?

Ich habe mit 6 Jahren angefangen, beim SV Steinach Fußball zu spielen. Mein Cousin brachte mich mit 16 Jahren zum Laufen. Mit der Überzeugung, dass "ich nun auch mal was Richtiges machen sollte" brachte er mich dazu, den einen oder anderen Trainingslauf mit ihm zu machen. Aber schon bald fuhr ich zu Wettkämpfen mit.

Wo war ihr erster richtiger Wettkampf?

Mein erster richtiger Wettkampf ging über 10 Kilometer (April 2001) und war im Nachbardorf Biberach i. K. Dort war ich schon so trainiert, dass ich die 40 Minuten Marke unterbieten konnte. Trotz Schnürsenkel binden während des Rennes lief ich nach 39:35 Minuten durchs Ziel. Bis heute bin ich bei einem flachen 10 Kilometerlauf nie über 40 Minuten gelaufen.

Wie sind sie in die Berglaufnationalmannschaft gekommen?

Wenn man im Schwarzwald, wohnt gibt es meist nur 2 Varianten zu laufen, entweder immer am Fluss hoch und runter oder in die Berge. Nachdem ich schnell keine Lust mehr auf den Fluss hatte, bin ich selbstverständlich in die schönen Berge. Als dann im Nachbarort Zell am Harmersbach auch noch die Deutschen Berglaufmeisterschaften ausgetragen wurden, war der erste Schritt schon getan. Mit einer guten Leistung und Platz 7 in der Juniorenwertung sicherte ich mir eine Einladung vom Bundestrainer zu einem Ausscheidungswettkampf in Oberstaufen/Allgäu. Mit Platz 3 in der Altersklasse löste ich mir mein Ticket zur Berglauf-WM in Innsbruck (September 2002), wo wir im Juniorenteam die Bronzemedaille gewinnen konnten. Ein Jahr später war ich 11. in der Juniorenwertung in Alaska. (September 2003)

Wie sind Sie zum Rückwärtslaufen gekommen?

Mein Coach hat in einer Laufzeitschrift die Ergebnisse der 2. Deutschen Meisterschaft im Rückwärtslaufen gelesen. Weil er mit einem Freund ohnehin zu der Meisterschaft wollte, konnte ich mich kurzfristig entscheiden. Nachdem ich einige Tage vor dem Wettkampf (Februar 2003) ausprobiert habe, wie schnell ich rückwärts laufen kann, habe ich zugesagt. Mit 4:07 Minuten bin ich nicht nur Deutscher Meister geworden, sondern habe auch die Konkurrenz aus Frankreich und Italien in neuer europäischer Bestzeit über 1000 Meter besiegt.

Wie sind Sie zum Treppenlaufen gekommen?

Die Deutsche Berglaufnationalmannschaft veranstaltete im Sommer 2003 in Mittenwald ein Trainingslager. Der damalige Lehrgangsleiter hatte schon mehrfach den Empire State Building Run Up gewonnen und hat über seine Erlebnisse vom Treppenlaufen berichtet. Als damals 18 Jähriger fand ich alles sehr beeindruckend und plante somit schon bald meinen ersten Treppenlauf. Die Premiere fand im November 2003 in Wien statt. Auf den Fernsehturm benötigte ich 3:54 Minuten, gewann die Altersklasse und erreichte Gesamtplatz 6. Somit war klar, dass ich mit dem "steilsten Berg", der Treppe, zurechtkomme.

Wie wurde aus dem Altersklassenläufer aus Wien, der jüngste Sieger des Empire State Building Run Up?

Während ich anfangs noch illegal auf abgesperrten oder verschlossenen Treppen trainierte, bin ich nach und nach auch in richtige Treppenhäuser gekommen. Teils wieder illegal, teils auch mit Erlaubnis. Mittlerweile ist es mir mit Ausnahmegenehmigung möglich in Hochhäusern, wie dem Maintower oder dem Stuttgarter Fernsehturm zu trainieren und alles noch mit Ausnahmegenehmigung. Das war und ist ein echter Fortschritt und trägt sehr dazu bei, dass ich mich verbessern kann und konnte. Nach dem Lauf in Wien hatte ich schon die Idee, in New York zu starten. Nach eineinhalb Jahren war ich dann zweiter beim wichtigsten Treppenlauf, mit nur einem halben Schritt Rückstand. Ein Jahr später bin ich besser trainiert und mit mehr Erfahrung wieder angetreten, und konnte den 29. Empire State Building Run Up in 10:19 Minuten für mich entscheiden.

Wie entwickelte sich das Rückwärtslaufen?

Nach dem Europarekord beim ersten Wettkampf habe ich angefangen, das Rückwärtslaufen zu trainieren und habe 4 Monate später den ersten Weltrekord aufgestellt. Im schwäbischen Meßkirch bin ich 1000 Meter in 3:36 Minuten gelaufen (Juli 2003). Alle weiteren Rekorde habe ich im Laufe der Zeit bei diversen Wettkämpfen und Rekordversuchen aufgestellt.

Achten Sie besonders auf ihre Ernährung?

Ja, aber vermutlich ein bisschen anders als man vermuten könnte. Ich esse einfach immer doppelt so viel. Ich achte schon darauf, dass ich nach einem langen oder harten Training viele Kohlenhydrate aufnehme, aber das geschieht schon eher aus dem Unterbewusstsein. Wenn ich Lust auf etwas "Ungesundes" habe, dann greife ich auch zu. So bin ich meist der einzige bei Familienfeiern, der genau weiß, welcher der vielen Kuchen der Beste ist. Denn außer mir hat meist niemand alle probiert.

Ist Rückwärtslaufen gesund?

Ja. Für Freizeitläufer ist sicher wichtig, dass man bei gleicher Geschwindigkeit mehr Kalorien umsetzt. Somit steigt der Energieverbrauch bei gleicher Belastung der Gelenke. Zudem werden andere Muskelgruppen beansprucht.
Ich selbst musste das nach meinem ersten 1000-Meter Wettkampf schmerzlich erfahren. Aber daraus habe ich gelernt, dass selbst bei täglichem vorwärts joggen viele Muskelgruppen untrainiert sind. Disbalancen in den Muskelgruppen sind vor allem in den Beinen oft der Grund von langwierigen Verletzungen. Sicher kann man Rückwärtslaufen nicht mit einem Medikament vergleichen. Aber wenn man durch 2 - 3 Mal ca. 500 Meter Rückwärtslaufen pro Woche das Verletzungsrisiko verringern kann, dann nehme ich das Angebot an. Wenn es körperlich ineffizient sein sollte, was ich nicht denke, dann bringt es sicher einen psychologischen Effekt mit sich, da die mentale Stärke verbessert wird. Die Fortschritte kann jeder selbst sehen, wenn er die ersten Male entgegen der normalen Laufrichtung trainiert hat.

Sind Wettkämpfe im Rückwärtslaufen gefährlich?

Nein, denn die Wettkampfstrecken sind abgesperrt. Allerdings sollte man als ungeübter Läufer die Hände und den Kopf schützen. Selbst wenn man stürzt, aber gelernt hat zu fallen, ist alles völlig unproblematisch. Ich selbst bin noch nie gestürzt. Allerdings empfehle ich auch niemandem, abseits von schönen Straßen oder einer Tartanbahn rückwärtszulaufen. Denn bei unebenen und nicht einsehbaren Strecken steigt die Verletzungs- und Sturzgefahr deutlich an. Ich selbst denke, dass man den Nutzen, den Rückwärtslaufen bringt, am besten auf langen, unbefahrenen geteerten Straßen maximieren kann. Deshalb sollten Wettkampfstrecken frei von Unebenheiten sein. Nur so kann man sich voll auf das Laufen konzentrieren und läuft Bestzeiten. Wie bei jedem Wettkampf ist das Training und nicht der Wettkampf gesund. Doch bei tausenden Marathonläufern ist eben der Wettkampf das Ereignis, das die Motivation zum Training liefert.

Werden sie beim Rückwärtslaufen nicht manchmal für verrückt erklärt?

Nicht direkt, denn meist laufe ich so schnell, dass die Leute nicht mehr zum Reden kommen, solange ich noch nah bei ihnen bin. Wenn ich einen Fußgänger überhole, habe ich schon oft das blanke Entsetzen auf der Stirn gesehen. Die Leute konnten nicht ganz glauben, was passiert. Aber das ist schon O.K, schließlich kann ich nicht erwarten, dass jeder einen Rückwärtsläufer kennt.

Gibt es ein Gebäude, welches sie unbedingt noch „bezwingen“ wollen?

Momentan habe ich das höchste Gebäude schon erlaufen. Aber in den kommenden Jahren sollen ja noch viele weitere Wolkenkratzer fertig gestellt werden. So etwas reizt mich natürlich schon sehr. Mit anderen Worten: Wenn das Burj Dubai 2009 fertig gestellt wird, dann würde ich gerne mal das Treppenhaus anschauen. Denn obwohl die Gebäudedaten geheim sind, wird das Gebäude vermutlich über 800 Meter hoch sein.

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