Fishtail Race in Pokhara – Backstage

Fishtail Race in Pokhara/Nepal Nach zwei Jahren findet das Rennen wieder statt und es ist eine ganz besondere Atmosphäre am 4. Dezember 2021am Devils Fall in Pokhara. Um 7:30 Uhr fällt der Startschuss für die 23,7 Kilometer inklusive 1 680 Höhenmeter und nach 2:08:49 h kommt Thomas Dold als erste „Ausländer“ im Ziel an – Gesamtplatz Vier. Die knapp 200 Teilnehmer teilten sich auf drei Strecken auf – Marathon, Halbmarathon und ein 8-Kilometer-Lauf. So die nackten Fakten des atemberaubenden Rennens in Nepal   Das Rennen: „Wie viele Läufer sind denn vor mir“, fragte sich mein Geist nach den ersten paar hundert Metern ganz unauffällig. Als unbedeutende Zwischeninfo getarnt wurde das Rennen zu einem Wettkampf degradiert. Es ging offensichtlich darum, mich und meine Leistung zu vergleichen. Anstatt den Fokus bei mir, meiner Lauftechnik und der Atmung zu halten, rannten die Gedanken und ein Teil des Fokus mit den anderen Läufern mit. Erst nach mehreren Kilometern konnte ich die Gedankenkraft bzw. -verschwendung verringern. Ich kann so schnell laufen, wie die Beine den Körper tragen, so tief atmen, wie die Lungen es erlauben, und der Herzschlag ist ohnehin außerhalb des Einflussbereichs. So entstanden das Bild und das Mantra für das Fishtail Race: „I’m running happy in my bubble.“ Sinnbildlich stelle ich mir eine transparente Kugel um mich vor. Das wirkt auf den ersten Blick extrem trivial und wird nur dann anspruchsvoll, wenn das der einzige Gedanke bleibt. Nur dann ist die „Kugel“ hilfreich. Besonders anspruchsvoll wurde das Erhalten dieser Glücksblase, wenn der schmale Pfad im Nichts abzustürzen schien. Denn das Trail-Rennen erinnerte mich bei der Streckenführung an die Berglauf-WM 2007 in Girdwood in Alaska. In beiden Rennen fand ich mich zeitweise in ausgewaschenen Bachbetten wieder – große spitze Steine und ein Gefälle von gefühlt 50 Prozent – fast senkrecht nach unten. Wenn der nepalesische Läufer hinter mir seine von Kindesbeinen an trainierte Bergab-Laufqualitäten einsetzt, setzte bei mir Staunen ein – und der Fokus ist weg von mir. Das ist nur einer von vielen Momenten, die ich während der zwei Stunden erlebe, in denen ich meine Kraft und den Fokus verschenke und nicht zum Laufen nutze. Die unglaubliche Kulisse der Annapurna Mountain Range mit über 8 000 Metern Höhe bot den Schauplatz für das Rennen, die Gedankengänge, die Ergebnisse und die Erkenntnisse. Doch was die Teilnehmer dort erleben, findet überall im Leben statt. Nimm dir Stift und Papier und nutze die Gelegenheit, deinen Geist zu stärken, und beantworte dir folgende Fragen:
  • In welchem Lebensbereich folgen deine Gedanken anderen Menschen und bleiben nicht bei dir und deinen Fähigkeiten?
  • Was ist dein Motto/Mantra, dass dir heute Fokus und Kraft gibt?
  • Von welchen Umweltfaktoren lässt du dich beeinflussen und ablenken?
Mehr zum Rennen neben der Annapurna-Gebirgskette unter: www.fishtailrace.com